Ob beim Windsurfen, Segeln oder bei der Planung einer Tour an der Küste: Eine Angabe wie 18 Knoten hilft erst dann wirklich, wenn man sie in Beaufort einordnen kann. Ich zeige, welche Beaufort-Stufe zu welcher Windgeschwindigkeit passt, wie Knoten in km/h und m/s umgerechnet werden und warum Böen, Windrichtung und Revierbedingungen bei der Entscheidung genauso wichtig sind.
Die wichtigsten Werte für die schnelle Einschätzung
- 1 Knoten entspricht exakt 1,852 km/h.
- 17 bis 21 Knoten entsprechen Windstärke 5 Beaufort.
- 22 bis 27 Knoten liegen im Bereich von 6 Beaufort.
- Ab 34 Knoten beginnt Windstärke 8 mit stürmischen Bedingungen.
- Böen können deutlich stärker sein als der angegebene Mittelwind.

Die schnelle Antwort auf die Umrechnung
Die Beaufort-Skala ordnet Windgeschwindigkeiten in zwölf Windstärken von 0 bis 12 ein. Knoten sind dagegen eine Geschwindigkeitseinheit, die vor allem in der Schifffahrt, beim Segeln und in vielen maritimen Wettervorhersagen verwendet wird.
Für die Praxis genügt oft eine grobe Orientierung. 10 Knoten liegen bei etwa 3 Beaufort, 20 Knoten bei 5 Beaufort und 30 Knoten bei 7 Beaufort. Diese Näherung ist hilfreich, ersetzt aber keine genaue Tabelle, weil die Beaufort-Stufen unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche haben.
Was Knoten und Beaufort eigentlich unterscheiden
Ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde. Da eine Seemeile 1,852 Kilometer lang ist, gilt die einfache Formel 1 kn = 1,852 km/h. Für die Umrechnung in Meter pro Sekunde multipliziere ich den Knotenwert mit 0,5144.
Beaufort ist keine klassische Maßeinheit wie Kilometer pro Stunde. Die Skala beschreibt, wie stark sich der Wind bemerkbar macht, ursprünglich anhand von Auswirkungen auf Schiffe und später auch auf Land. Deshalb ist eine Beaufort-Stufe immer ein Bereich und kein einzelner Messwert.
Der Deutsche Wetterdienst verwendet für die See eine Tabelle, in der neben Knoten auch Meter pro Sekunde, Kilometer pro Stunde und typische Auswirkungen auf das Wasser genannt werden. Für Wassersportler ist das besonders praktisch, weil eine Zahl dadurch direkt mit dem erwartbaren Seegang verbunden werden kann.
Beaufort-Tabelle mit Knoten, km/h und m/s
Die folgende Übersicht zeigt die üblichen gerundeten Bereiche. Grenzwerte können je nach Rundung leicht abweichen, die Einordnung in Beaufort bleibt jedoch gleich.
| Beaufort | Bezeichnung | Knoten | km/h | m/s | Typischer Eindruck |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | Windstille | 0 bis 1 | 0 bis 1 | 0 bis 0,2 | Rauch steigt senkrecht auf |
| 1 | leiser Zug | 1 bis 3 | 1 bis 5 | 0,3 bis 1,5 | Wind kaum spürbar |
| 2 | leichte Brise | 4 bis 6 | 6 bis 11 | 1,6 bis 3,3 | Blätter bewegen sich |
| 3 | schwache Brise | 7 bis 10 | 12 bis 19 | 3,4 bis 5,4 | Wind im Gesicht gut spürbar |
| 4 | mäßige Brise | 11 bis 16 | 20 bis 28 | 5,5 bis 7,9 | kleine Wellen, Staub wird bewegt |
| 5 | frische Brise | 17 bis 21 | 29 bis 38 | 8,0 bis 10,7 | deutliche Wellen und Schaumkronen |
| 6 | starker Wind | 22 bis 27 | 39 bis 49 | 10,8 bis 13,8 | größere Wellen, Äste bewegen sich |
| 7 | steifer Wind | 28 bis 33 | 50 bis 61 | 13,9 bis 17,1 | Gischt, deutlich erschwerte Bedingungen |
| 8 | stürmischer Wind | 34 bis 40 | 62 bis 74 | 17,2 bis 20,7 | hohe Wellen, Gefahr für kleine Boote |
| 9 | Sturm | 41 bis 47 | 75 bis 88 | 20,8 bis 24,4 | schwere See und mögliche Schäden |
| 10 | schwerer Sturm | 48 bis 55 | 89 bis 102 | 24,5 bis 28,4 | sehr hohe Wellen, erhebliche Gefahr |
| 11 | orkanartiger Sturm | 56 bis 63 | 103 bis 117 | 28,5 bis 32,6 | außergewöhnlich schwere Bedingungen |
| 12 | Orkan | ab 64 | ab 118 | ab 32,7 | extreme See und Orkanschäden |
Welche Beaufort-Stufe passt zu typischen Knotenwerten
Für die schnelle Planung brauche ich nicht immer die komplette Tabelle. Einige Schwellenwerte prägen sich leicht ein und reichen aus, um eine Wettervorhersage grob zu bewerten.
- 5 Knoten entsprechen ungefähr 2 Beaufort. Für viele Segel- und Boardsportarten ist das noch sehr wenig.
- 10 Knoten liegen am oberen Ende von 3 Beaufort. Auf geschützten Gewässern kann das angenehm sein, auf offenem Wasser bleibt der Wellengang meist moderat.
- 15 Knoten gehören zu 4 Beaufort. Für erfahrene Wassersportler sind das oft gute Bedingungen, Anfänger sollten Revier und Material trotzdem berücksichtigen.
- 20 Knoten entsprechen 5 Beaufort. Der Wind ist jetzt deutlich kräftiger, und beim Start, Wenden oder Anlegen werden Fehler schneller unangenehm.
- 25 Knoten liegen bei 6 Beaufort. Kleine Boote, Anfänger und ungeeignetes Material kommen hier schnell an ihre Grenzen.
- 30 Knoten bedeuten 7 Beaufort. Auf offenem Wasser ist das für viele Freizeitaktivitäten bereits eine klare Warnstufe.
Meine Erfahrung ist, dass gerade der Sprung von 20 auf 25 Knoten unterschätzt wird. Fünf Knoten klingen nach wenig, verändern aber die Kraft des Windes spürbar. Der Winddruck steigt ungefähr mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, weshalb sich stärkere Böen weit heftiger anfühlen als die Zahl zunächst vermuten lässt.
Warum Mittelwind und Böen nicht dasselbe sind
Eine Vorhersage von 18 Knoten bedeutet nicht automatisch, dass jede Windbewegung genau 18 Knoten erreicht. Meist handelt es sich um einen gemittelten Windwert, während Böen kurzfristig deutlich darüber liegen können.
Stehen beispielsweise 18 Knoten Wind und Böen bis 28 Knoten in der Prognose, reicht die Spanne praktisch von 5 bis 7 Beaufort. Für die Materialwahl und die Sicherheit ist dann nicht nur der Mittelwert entscheidend. Ich richte mich bei kleinen Booten, SUPs und Anfängergruppen eher nach der Böenangabe.
Auch die Messhöhe spielt eine Rolle. Wind wird häufig in etwa zehn Metern Höhe gemessen, während der Wind auf dem Wasser oder am Strand durch Gelände, Gebäude und Bäume verändert wird. Ablandiger Wind kann zudem auf kurze Distanz schwach wirken und weiter draußen deutlich zunehmen, während auflandiger Wind oft schneller eine kabbelige Welle erzeugt.
So nutze ich die Angaben bei Outdoor- und Wassersport
Die Beaufort-Zahl ist eine gute erste Orientierung, aber keine alleinige Freigabe für eine Tour. Ich prüfe zusätzlich Windrichtung, Böen, Wellenhöhe, Wassertemperatur und Rückkehrmöglichkeit. Ein ruhiger See bei 20 Knoten kann anspruchsvoller sein als ein geschützter Küstenabschnitt mit etwas mehr Wind.
Für Anfänger
Bei ersten Erfahrungen auf Board oder Boot sind etwa 8 bis 12 Knoten, also ungefähr 3 bis 4 Beaufort, häufig leichter kontrollierbar. Entscheidend sind ein geschütztes Revier, wenig Strömung und die Möglichkeit, jederzeit sicher ans Ufer zurückzukehren.
Für erfahrene Wassersportler
Zwischen 15 und 20 Knoten kann das Erlebnis sehr sportlich und zugleich gut beherrschbar sein, wenn Material und Können zusammenpassen. Ab etwa 25 Knoten würde ich besonders auf Böenabstände, Start- und Landeplätze sowie eine sichere Ausweichroute achten.
Lesen Sie auch: Ora-Wind Gardasee - Dein Guide für Windsurfen & Kiten
Für Spaziergänge und Arbeiten im Freien
An Land sind 5 Beaufort meist noch gut auszuhalten, während 7 Beaufort bereits Äste brechen und lose Gegenstände bewegen können. Bei 8 Beaufort und mehr sollte ich Aufenthalte unter Bäumen, an Bauzäunen oder direkt an exponierten Uferabschnitten vermeiden.
Die kleine Merkhilfe für die nächste Wetterprognose
Für die schnelle Einordnung merke ich mir drei Punkte. 10 Knoten sind etwa 3 Beaufort, 20 Knoten etwa 5 Beaufort und 30 Knoten etwa 7 Beaufort. Dazwischen hilft die Tabelle, besonders wenn eine Entscheidung von wenigen Knoten abhängt.
Am wichtigsten bleibt die Kombination aus Mittelwind und Böen. Wer nur auf die Beaufort-Zahl schaut, übersieht leicht den Unterschied zwischen einem gleichmäßigen Wind und kurzen, kräftigen Spitzen. Für eine sichere Planung zählt deshalb nicht nur, wie viele Knoten vorhergesagt werden, sondern auch, wo, wie lange und unter welchen Revierbedingungen dieser Wind ankommt.